Geschrieben am:
Tuesday, 5. January 2010
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Lebensqualität und onkologische Therapie - ein Widerspruch?

Am 27.10.09 dozierte Herr Prof. Dr. Yon Ko in der gut besetzten Aula des Siegburger Stadtmuseums über onkologische Therapien u.a. in der Palleativmedizin, in der Chemotherapie, in der Strahlentherapie und vor Allem über die damit verbundene Lebensqualität.
Herr Prof. Dr. Yon Ko ist Facharzt für innere Medizin(Hämatologe, internistischer Onkologe) und leitet seit 6 Jahren die Abt. für innere Medizin im Johanniter-Krankenhaus in Bonn, vorher war er 14 Jahre an der Universitätsklinik in Bonn tätig.
Jährlich erkranken 436 000 Menschen an Krebs. Lebensqualität ist nach der Überlebenszeit das wichtigste Behandlungsziel für Krebspatienten. Dies gilt von der Diagnosestellung an für den gesamten Krankheits- und Behandlungsverlauf.
Was ist Lebensqualität?Gesundheitsbezogene Lebensqualität ist heute mit naturwissenschaftlichen Methoden zuverlässig messbar. Es lassen sich so Auswirkungen von Krankheit und Therapie systematisch darstellen und vergleichen.
Aus den Erfahrungen der letzten Jahre der Lebensqualitätsmessung ist abzuleiten, dass dies von Patienten keineswegs als Belastung (“Noch mehr Diagnostik”), sondern als ein Teil der Humanisierung in der onkologischen Behandlung erlebt wird (“Endlich interessiert sich jemand mal dafür, wie es mir geht, nicht nur meinem Tumor”). Aus Sicht der Behandelnden stellt die Lebensqualitätsmessung einen Beitrag zur Qualitätssicherung dar.
Die supportive Therapie und Pflege der Patienten mit bösartigen Erkrankungen sind wesentliche Bestandteile der Krebsmedizin.
Ohne Supportivtherapie sind Chemotherapie, intensive Chemotherapie, Strahlentherapie oder Immuntherapie nicht möglich, sie ist vielmehr Voraussetzung für diese Behandlungsformen.
Am häufigsten werden supportive Maßnahmen in der palliativen Versorgung Tumorkranker benötigt. In der Terminalphase sind sie oft die einzigen und daher wichtigsten Behandlungen der Patienten.
Onkologie und Palleativmedizin gehören zusammen.
Auch die Palliativmedizin dient der Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihrer Angehörigen, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sind. Dies geschieht durch Vorbeugung und Linderung von Leiden mittels frühzeitiger Erkennung, hochqualifizierter Beurteilung und Behandlung von Schmerzen und anderen Problemen physischer, psychosozialer und spiritueller Natur. Seit einigen Jahren zieht das Konzept der „evidence-based medicine” die Aufmerksamkeit der medizinischen Disziplinen und wissenschaftlichen Fachgesellschaften in immer stärkerem Maß auf sich.
Evidence-based-medicine, kurz EBM, bemüht sich um eine kontinuierliche, kritische Überprüfung der wissenschaftlichen Grundlagen medizinischen Handelns, Lehrens und Forschens mit dem Ziel, die Basis der aktuell besten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu nutzen und Ansätze für notwendige neue Forschungsvorhaben zu erarbeiten. 
In Deutschland sind inzwischen 15.900 Millionen Menschen über 65 Jahre alt. Die Pflegebedürftigkeit nimmt deutlich zu besonders bei den über 80 jährigen. Kaum ein Thema bewegt die Menschen so tiefgreifend wie die Grenzen der Spitzenmedizin im Alter. Dazu kommt die Angst vieler Menschen, nicht mehr selbst über das eigene Schicksal entscheiden zu können .

Frau Schürheck und Herr Ebert danken
Herrn Prof. Dr. Ko für diesen informativen, interessanten und aktuellen Vortrag.
gez. Christa Alioschat